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| kurier.at - Fremde Villen im Internet verlost - 09.06.10 |
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Vier Salzburger nützten den Boom bei Haus-Verlosungen aus: Doch die angebotenen Villen waren gar nicht ihre. Hausverlosungen waren im Vorjahr der letzte Schrei. Man erwirbt um etwa 99 Euro ein Los und nimmt am Ende, wenn eine vorbestimmte Anzahl erreicht ist, an der Ziehung teil. Die Welle ebbte vor allem wegen der rechtlich unklare Lage zwar bald wieder ab, vier Salzburger nutzten den Boom aber für sich. Auf einer Internetseite boten sie je eine Villa am Wörthersee in Kärnten und in Gran Canaria an. Der Schönheitsfehler: Die Liegenschaften gehörten ihnen gar nicht. Tatsächlich verkauften sie an 176 Interessenten 225 Lose zu je 99 Euro - die 22.275 Euro kassierten sie, ohne dass es je zu einer Verlosung kam. Am Dienstag standen sie wegen Betruges vor Gericht, der Prozess war bei Redaktionsschluss noch im Gang.Risiko Begonnen hatte der Boom der Hausverlosungen im Dezember 2008: Eine Kärntner Familie bot ihre Traumvilla am Wörthersee an. Kurz darauf folgten in ganz Österreich ähnliche Verlosungen. Zugleich aber wurden speziell vonseiten der Immobilienmakler rechtliche Bedenken gegen diese Art des Hausverkaufes vorgebracht. Etwa, dass damit gegen das Glücksspielgesetz verstoßen werde. Nach Meinung von Justiz- und Finanzministerium dürfen Privatpersonen unter bestimmten Bedingungen solche Verlosungen aber sehr wohl veranstalten. Allerdings verweist man darauf, dass es letztlich den Gerichten vorbehalten bleibt, die rechtliche Lage zu beurteilen. Fix ist, dass der Veranstalter eine Gebühr von 12 Prozent von jenem Betrag ans Finanzamt entrichten muss, der sich aus der Gesamtzahl aller aufgelegten Lose - multipliziert mit dem Lospreis - ergibt. Und zwar auch dann, wenn nicht alle Lose verkauft werden oder die Verlosung gar nicht stattfindet. Ein nicht zu unterschätzendes Risiko, wie auch die steirische Künstlerin Stefanie Werger im Vorjahr erfahren musste. Die Verlosung ihrer 400-Quadratmeter-Villa scheiterte mangels entsprechender Nachfrage. Aktuelle Hausverlosungen sind weiter im Internet zu finden. Ein Veranstalter bietet Interessenten, die zu ihm wechseln, gar drei Euro Rabatt an.
Gefunden auf kurier.at 09.10.10
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